Nach einem etwas umständlichen Flug (Von Frankfurt nach London City Airport
wechsel zum Gatwick Airport und weiter nach Hewanorra) bin ich dann endlich
in St. Lucia angekommen. Der Himmel war grau in grau und von meinem Shuttle
für die Fahrt ins Hotel ist weit und breit
nichts zu sehen. Nach ein paar Telefonaten
war aber dann auch dieses Problem
gelöst.
Die gut zwei Stunden dauernde Fahrt ans
andere
Ende der Insel führte über Micoud,
Dennery und Castries
nach Rodney Bay. Was
einem leider sofort auffällt ist der
viele
Müll entlang der Straße. Der Verkehr auf
den letzten
20 Kilometern von Castries
zum Hotel ist dann fast schon
aberwitzig.
Ich hatte immer das Gefühl das sich 90%
aller
Fahrzeuge der Insel auf diesen paar
Kilometern bewegen.
Dank zahlreicher Unfälle geht dann teilweise überhaupt
nichts mehr. Das Hotelzimmer war schön hell und sehr
sauber, und nach einem
Spaziergang an den Strand war es dann um 19 Uhr auch schon stockfinster.
Der nächste Tag empfing mich mit perfektem Wetter und nach einem ausgiebigen Frühstück machte
ich mich auf den Weg nach Pigeon Island, einer kleinen Insel die heute durch einen Damm mit dem
Festland verbunden ist. Es gibt einige Ruinen aus der Kolonialzeit zu besichtigen und auf einem Hügel
dann noch den Union Nature Trail wo man einen kleinen Spaziergang durch den Urwald unternehmen kann. Der daran angeschlossene Minizoo hatte allerdings eine eher depremierende Wirkung. Am
nächsten Tag ging es dann wieder mit dem Bus nach Marigot Beach, angeblich einem der schönsten
Yachthäfen der Karibik. Wie überall auf der Insel ist es sehr bergig und bei Temperaturen von über 30
Grad sind auch kleinere Wanderungen im steilen Gelände etwas anstrengend. Mit der Erkenntnis das
man ohne eigenen fahrbaren Untersatz viele Stellen der
Insel nicht, oder nur sehr umständlich erreichen kann
machte ich mich auf die Suche nach einem kleinen Moped.
Die einzige Mietstation auf St. Lucia ist meines Wissens
"Wayne's Motobike" etwas auserhalb von Castries direkt
an der Straße nach Gros Islet. In größeren Hotels werden
wohl auch Motorroller vermietet. Im nördlichen Teil der
Insel gibt es unzählige Straßen und Wege die natürlich
nicht auf meiner Karte verzeichnet waren, was zur folge
hatte das ich mich ständig verfuhr. Da die Entfernungen
nicht besonders groß sind ist das aber nicht weiter tragisch, man entdeckt dafür ständig etwas neues.
(Auserdem gibt es hier kaum noch Verkehr) Nach langem suchen fand ich dann die Piste zur Grand Anse
an der Ostküste der Insel. Die letzten Kilometer aus den Bergen zum Strand führen über übelste Piste
durch Matsch und Geröll. Als Belohnung hatte ich dann den ca. 3 Kilometer langen Strand komplett für mich alleine. (Hier einen Plattfuß wäre einer kleinen Katastrophe nahegekommen)
Die schönste Strecke zum fahren führt von Marigot Beach über Anse La Raye, Canaries nach Soufriere.
Viele Kurven und ständig wunderschöne Ausblicke über die Küste und den Regenwald
machen die Fahrt
zu einem unvergesslichen Erlebniss. Die Fischerdörfer bieten eine endlose Motivvielfalt für Fotografen.
befindet sich eine alte Festung. Am darauffolgenden Tag
ging es mit dem Bus in die Hauptstadt Castries. Für die
Buse gibt es keine festen Abfahrtszeiten, aber im Norden
der Insel wartet man tagsüber eigentlich nie länger als 5 Minuten auf den nächsten. Die Kosten dafür betragen nur
wenige Cent. Die wenigen Sehenswürdigkeiten von Castries lassen sich auch problemlos zu Fuss ergründen,
auserdem lohnt sich ein Abstecher auf den ca. 250 Meter
hohen Mt. Fortune von wo aus man einen schönen Aus-
blick auf die Stadt hat. In der näheren Umgebung gibt es

Mitunter kann es etwas anstrengend werden, da sich
einem ständig jemand als Führer anbietet oder sonst
irgendwie versucht ein paar Dollar zu verdienen. Aller-
dings habe ich nie erlebt das jemand unfreundlich oder
gar aggressiv aufgetreten ist. Entlang dieser Route kann man immer wieder abstecher ins Landesinnere unter-
nehmen und einige Wasserfälle besichtigen. Soufriere
mit seinen beiden Bergen Petit Piton (738m) und Gros
Piton (786m) bilden die wohl Landschaftlich schönsten
Motive auf St. Lucia. In der näheren Umgebung von
Soufriere bieten sich Ausflüge in den Botanischen Garten, die Diamond Bath and Gardens und den Drive In Vulcano (Heisse Schwefelquellen) an. Nicht weit entfernt befindet sich der Descartiers Trail ein Wanderpfad durch den Regenwald den ich aber mangels Genehmigung nicht gelaufen bin.
Weiter in Richtung Süden kommt man an der Balembouche Estate vorbei mit einer sehr fotogenen verfallenen Zuckermühle. Ganz im Süden befindet sich Vieux Fort und etwas ausserhalb die Anse des Sables, eine schöne Badebucht mit der vorgelagerten Marias Island. Bei Dennery hat man einen schönen Blick über die zerklüftete Ostküste, vobei der Ort selber
eher etwas abschreckend wirkt. Eine andere Möglichkeit
den Regenwald zu erkunden gibt es bei Rain Forest Sky
Rides wo man mit einer Seilbahn durch den Wald fährt.
Sehr schöne Wanderwege sind der Piton Flores und der
Forestiere Trail, sowie in der Mitte der Insel der Barre de
L'Isle Trail. Ansonsten macht es einfach Spass mit dem
Moped drauflos zu fahren und sich überraschen lassen
wo
man rauskommt, zu sehen gibt es überall etwas.
Erwähnenswert wäre noch das die Gegend um Rodney Bay
wo ich mein Hotel hatte, das Tourismuszentrum der Insel ist
und dementsprechend mit Hotels und
Restaurants zugepflastert ist.
Reiseroute:
Frankfurt > London City Airport > London Gatwick > St. Lucia > Motorradtour kreuz und quer über die Insel. St. Lucia > London Gatwick > London City Airport > Frankfurt

| Reisezeit: | August 2009 |
| Reisedauer: | 2 Wochen |
| Flug: | Frankfurt > London > St. Lucia |
| Transport: | Mietmotorrad - Yamaha YBR 125 |
| Übernachtung: | Hotel - Bay Gardens Inn |
| Gesammtkosten: |


Trotz anfänglicher Bedenken die Reisezeit betreffend, war das Wetter perfekt. Es regnete einmal 1 1/2 Tage nonstop der Rest war fantastisch. Die Temperaturen fallen zwar nie unter 30° aber durch den Wind
lässt sich auch das gut aushalten. Ein weiterer Vorteil der Jahreszeit, es gibt so gut wie keine Touristen.
Der Straßenverkehr ist mit Ausnahme der Strecke Castries - Gros Islet (Da allerdings heftig) kaum der Rede wert und die Leute sind durchweg sehr freundlich, wenn auch manchmal etwas anstrengend. Ein eigenes Fahrzeug ist meiner Meinung nach Pflicht, da einem sonst doch sehr viele Sachen entgehen.
Für
das Anmieten muß man sich übrigens einen nationalen Führerschein ausstellen lassen. Der einzige
Wehrmutstropfen ist leider wie wohl überall auf solchen Inseln der allgegenwärtige Müll in der Landschaft.
| Gesammtkosten: | 3000 € | Eintrittsgebühren: | 100 € | Busfahrten usw: | 40 € |
| Flug + Hotel: | 2000€ | Motorrad + Sprit: | 250 € |