Seychellen 2003
Hier geht's zu den Bildern (Dia-Scans)
Reiseroute:
Mahe > La Digue >
Praslin > Curieuse >
Praslin > Mahe





Endlich, Ankunft auf Mahe mit einem Paukenschlag (Die Landung war unter aller Sau). Nach
kurzen Einreiseformalitäten dauerte es dann etwas länger bis ich den richtigen Ansprech-
partner gefunden hatte der mich in mein Hotel auf der anderen Seite der Insel gebracht
hat. Von Deutschland aus hatte ich für die ersten 7 Tage ein Zimmer gebucht, da es über-
all geheißen hat bei der Einreise wird ein Zimmernachweis verlangt. (Natürlich war dem
nicht so) Am Baie Lazare angekommen war ich angenehm überrascht, das Zimmer war nicht
schlecht und die Aussicht von der etwas höher-
gelegenen Hotelanlage über die ganze Bucht war
genial. Abends konnte man den Flughunden zusehen.
(Es handelte sich immerhin um die billigste Unter-
kunft die ich von Deutschland aus kurzfristig
buchen konnte) Außerdem war es sehr ruhig und ich
habe im nachhinein nicht viele andere Hotels ent-
deckt mit denen ich hätte tauschen wollen. Um auf
der Insel vorwärts zu kommen empfiehlt es sich die
zum Teil sehr abenteuerlichen Buse Indischer Her-
kunft zu benutzen. Das kostet nur wenige Cent und
man kommt wirklich überall hin, man muss auch
selten lange warten bis einer auftaucht. Zwei Tage
habe ich mir trotzdem einen Mietwagen genommen, was aber eigentlich unnötig ist. Am doch
recht langen Strand vor meinem Hotel habe ich während der ganzen Woche nie mehr als 15-
20 Leute angetroffen auch allgemein waren nicht so viele Touristen unterwegs, was aber
zum Teil wohl an meiner gewählten Reisezeit gelegen hat. Trotzdem bin ich ein wenig mit
der Angst auf die Seychellen gekommen eine Bettenburg an der anderen anzutreffen und
überall auf Tourismusrummel zu stoßen. Dem ist aber überhaupt nicht so, es sieht viel-
mehr so aus das Touristisch alles etwas unterentwickelt ist, von Massentourismus keine
Spur. Was mir persönlich sehr entgegengekommen ist.
Nun aber zum absoluten Tiefpunkt: Man könnte
abwechselnd schreien und heulen wenn man den
ganzen Müll der überall rumliegt sieht. Die
Leute schmeißen wirklich alles in die Landschaft.
Beispiel die Kirche in Victoria, nebenan ist
ein an und für sich netter kleiner Park, leider
kann man keine drei Schritte gehen ohne über
leere Fastfood-Verpackungen oder ähnliches
zu stolpern und das zieht sich leider über die
ganze Insel hin.
Ich hatte manchmal echt den Eindruck das bis in 30 Jahren der höchste Berg auf Mahe
nicht mehr der Morne Seychellois (905m) ist, sondern ein neuer, wahrscheinlich mit
dem Namen Mount Garbage oder so. Die meisten Einwohner der Seychellen leben aber zum
Glück auf Mahe, und so sieht es auf den anderen Inseln deutlich besser aus. Puh
Nach vier Tagen tauchte dann eine nette Dame bei
mir im Hotel auf und stellte sich als meine Reise-
leitung vor, was mich doch sehr überraschte zumal
ich gar nicht wusste das ich so etwas habe. Ich
habe die gute Frau dann auf Trab gehalten
in dem ich ihr erklärte das ich für Praslin
und La Digue noch eine Unterkunft bräuchte,
und bis sie mir zwei bezahlbare Zimmer be-
stätigen konnte war sie eine gute Stunde mit
telefonieren beschäftigt. Für diesen Service
war ich dann aber sehr dankbar.
Mit einem kleinen Motorboot und bei sehr beachtlichem Wellengang ging es weiter nach La-
Digue der kleinsten (10qm²) meiner besuchten Inseln. Auf der Insel gibt es nur eine Hand-
voll Autos und vorwärts kommt man nur zu Fuß oder mit dem Fahrrad, welche man überall
mieten kann. Wenn man wollte könnte man natürlich alles an einem Tag besichtigen, aber
das wäre meiner Meinung nach eine Schande. Es gibt einen Berg mit dem schönen Namen
Adlerhorst von dem aus man eine klasse Aussicht hat. Dann die Grand Anse mit Postkarten-
motiven, auf der L'Union Estate steht noch eine alte Kokosplantage die man besichtigen
kann, natürlich gibt es auch Riesenschild-
kröten. Das ganze Areal ist mit Kokospalmen
bepflanzt es gibt eine Vanilleplantage, eine
Bootswerft und einen sehr malerischen ver-
fallenen kreolischen Friedhof. Klingt viel-
leicht alles etwas öde, aber wenn man drin
steht ist es echt der Hammer. Und dann ist
da noch die Anse Source d'Argent, kennt man
zwar sicher aus dem Fernsehen aber wenn man
es in natura sieht ist man erst einmal platt.
Die abgeschliffenen Granitfelsen, die Palmen
das Meer alles perfekt. Ich war 10 Tage dort
und es wurde keine Sekunde langweilig.
Mit dem Boot geht es wieder weiter, diesmal nach Praslin, die Anlage und das Zimmer
waren wirklich sehr schön, aber mit dem Strand hatte ich diesmal Pech. Je nach Jahres-
zeit ist eine Seite der Insel voll mit Seegras und ich hatte die Seegrasseite, d.h. der
Strand ist absolut unbenutzbar. Für mich war das zum Glück nicht weiter schlimm, da
ich sowieso nur zum schlafen ins Hotel kam. Den Rest der Zeit war ich immer auf Achse.
Zum Beispiel im Valle de Mai mit der berühmten Coco de Mer einer Riesennuss die nur
dort gedeiht. Ein Spaziergang durch den Park ist ein muss, allein schon wegen der
Geräuschkulisse wenn die Riesenblätter im Wind aneinander reiben. Es gibt viele Traum-
strände, und die Anse Lazio wurde auch schon mehrfach prämiert. Es gibt zwei Wanderwege
quer über die Insel die man mal laufen sollte
(Sind nicht ganz leicht zu finden) Natürlich
kommt man wieder überall mit den Busen oder zu
Fuss hin. Einen Tagesausflug auf die Insel
Curieuse sollte man sich auf keinen Fall ent-
gehen lassen man kann prima auf Holzstegen durch
die Mangrovenwälder laufen, es gibt da jede
Menge Riesenschildkröten man sieht Geisterkrabben
und natürlich alle möglichen Vogelarten. Schon
sind wieder 10 Tage vorbei, mit einem schnellen
Katamaran geht es zurück nach Mahe und direkt
nach Hause.


Hier noch ein paar Links zu den Seychellen
Fazit
Traumziel mit einem Schönheitsfehler. Wegen des unsäglichen Mülls auf der Hauptinsel
Mahe, würde ich mich dort höchstens noch für drei maximal vier Tage aufhalten. Um sich
alle Sehenswürdigkeiten anzuschauen reicht das auch völlig aus. Den Rest der Seychellen
kann man dann getrost als kleines Paradies bezeichnen. Mir hat es vor allem La Digue
sehr angetan. Ich habe dort auch mit deutschen Urlaubern gesprochen die ausschließlich
auf Mahe gebucht hatten, und nur zu einem Tagesausflug nach La Digue kamen. Die haben
sich alle darüber geärgert nicht mehr Zeit hier verbringen zu können. Ich hätte es auch
problemlos ein halbes Jahr ausgehalten können, da es ja noch dutzende anderer Inseln mit
traumhaften Lodges und bestimmt fantastischen Tauchrevieren gibt. Es werden auch jede
Menge anderer Dinge angeboten die mit Sicherheit einen tierischen Spaß machen, leider
sind solche Sachen für meinen Geldbeutel so weit entfernt wie der Mars oder Jupiter.
Eine Schnorchelausrüstung sollte man aber auf jeden Fall mitnehmen oder sich dort be-
sorgen, auch damit kann man schon viel exotisches unter Wasser entdecken.
| Reisezeit: |
Juli / August 2003 |
| Reisedauer: |
4 Wochen |
| Transport: |
Bus / Viel laufen |
| Flug: |
Frankfurt > Mombasa > Victoria > Frankfurt |